Welche Lebensmittel sind schlecht für das Zahnfleisch?

Der Schutz des Zahnfleisches muss besonders im Erwachsenenalter oberste Priorität haben. Bereits das Ignorieren von Zahnfleischblutungen kann erhebliche Folgen für Ihren Zahnapparat haben. Dieser Beitrag klärt die Bedeutung und den Erhalt des gesunden Zahnfleisches. Dabei spielt die Ernährung eine nicht unwesentliche Rolle.

Warum ist der Schutz des Zahnfleisches so wichtig?

Das Zahnfleisch ist Teil der Mundschleimhaut. Dieser essentielle Teil des Mundraumes ummantelt die Zähne vom Kieferknochen bis zur Zahnkrone. Es bietet dabei in erster Linie eine Schutz- und Haltefunktion. Die Zähne werden stabilisiert und das Eindringen schädlicher Bakterien in den Kiefer sowie die Zahnwurzeln verhindert. Die Zurückbildung des Zahnfleisches, zum Beispiel durch eine Zahnbettentzündung, führt im schlimmsten Fall zu Zahnverlust.

Um dies zu verhindern, ist eine optimierte Mundhygiene elementar, die aus zweimal täglichem Zähneputzen mit Zahnbürste und Zahnpasta, der ebenfalls täglichen Verwendung von Zahnseide für Zwischen- und Hohlräume, antibakterieller Mundspülung sowie die Reinigung der Zunge mit einem Zungenreiniger, unabdingbar. Doch auch die Ernährung ist im Zusammenhang mit dem Gesundheitszustand des Zahnfleischs von erheblicher Bedeutung.

Die Rolle der Ernährung – gute und schlechte Lebensmittel fürs Zahnfleisch

Zahlreiche Zahn- und Zahnfleischerkrankungen sind auf falsche Ernährung zurückzuführen. Menschen, die sich schlecht ernähren, leiden häufig an Energie- oder Eiweißmangel. Dadurch erhöht sich die Anfälligkeit für bakterielle Infektionen, denn der Körper benötigt die Energie und die Proteine im Eiweiß für den Erhalt des Immunsystems. Auch starkes Übergewicht hat einen negativen Einfluss auf die Immunreaktion. Daher gelten sowohl Mangelernährung wie auch Übergewicht als Risikofaktoren für Parodontitis.

Bei einer akuten Zahnfleischentzündung ist die Zahl der schlechten Bakterien in der Mundhöhle höher als gewöhnlich. Diese gelangen in die tieferliegenden Bereiche des Zahnfleischs und lockern es von den Zahnhälsen. Das Immunsystem im Mund wird durch die körpereigene Abwehr weiter geschwächt, denn die dabei entstehenden Stoffwechselmoleküle – so genannte freie Radikale – schädigen das Gewebe zusätzlich. Dieser Effekt wird durch bestimmte Lebensmittel noch verstärkt.

Laut wissenschaftlichen Untersuchungen erhöht ein niedriger Vitamin-C-Spiegel das Risiko für eine Parodontitis. Obstsorten wie Sanddorn, Zitrusfrüchte und Äpfel enthalten große Mengen Vitamin C, aber auch Gemüse kann den Bedarf decken. Brokkoli oder frischer Spinat sind eine hervorragende Vitamin-C-Quelle und zugleich zahnfreundlicher./p>

Rohes Obst und Gemüse enthält außerdem Ballaststoffe und eignet sich hervorragend als Zwischenmahlzeit. Es erfordert kräftiges Kauen, was wiederum die Bildung von Speichelanregt, der Säuren und Zucker aus dem Mundraum spült. Vorsicht ist jedoch geboten bei allen Obstsorten mit einem besonders hohen Fruchtzucker- oder Säuregehalt. Bananen sind zwar gesund, können aber Karies begünstigen. Daher empfiehlt sich möglichst umgehendes Zähneputzen. Säurehaltige Lebensmittel wie Zitrusfrüchten greifen den Zahnschmelz an und sofortiges Putzen stellt hier eher eine weitere Belastung dar. Daher empfehlen viele Zahnärzte, eine halbe Stunde nach dem Verzehr von säurehaltigem Essen zu warten. Sollte dies nicht möglich sein, putzen Sie ihre Zähne aber lieber direkt, denn das ist auf jeden Fall besser, als gar nicht zu putzen.

Immunsystem und gesundes Zahnfleisch benötigt aber nicht nur Vitamin C. Bei einem Mangel an Vitamin A trocknen die Mundschleimhäute aus. Ein trockener Mund ist ein guter Nährboden für entzündungsauslösende Bakterien. Die Zellerneuerung wird durch Vitamin E unterstützt und Vitamin D spielt eine wichtige Rolle für den Kalzium-Stoffwechsel. Um die Wundheilung zu unterstützen, sollten Sie Lebensmittel mit einem hohen Folsäure-Gehalt wie zum Beispiel Tomaten, Hülsenfrüchte, Spargel, Kohl und Vollkornprodukte in Ihren Ernährungsplan aufnehmen.

Mineralstoffe stärken Zähne und Knochen und sind ein weiterer wichtiger Bestandteil der nahrungsbasierten Therapie. Bei niedriger Magnesium-Zufuhr erhöht sich das Risiko einer Parodontitis, denn der Mineralstoff unterstützt den Knochen- und Zahnerhalt. Nüsse, Sonnenblumenkerne, Sesam oder Hülsenfrüchten sind alle reich an Magnesium.

Eine gezielte Ernährung kann den Wiederaufbau der Immunabwehr beschleunigen, denn zwischen rnährung und Parodontitis besteht ein wissenschaftlich bewiesener Zusammenhang. Zur Prävention von Zahnfleisch- und Zahnbetterkrankungen empfehlen wir täglich 2 bis 3 Mahlzeiten, 3 Handvoll Gemüse und 2 Handvoll zuckerarme Obstsorten, viel Eiweiß und Omega-3-Fettsäuren. Außerdem sollten Sie mindestens 2 Liter Wasser oder zumindest zuckerfreie Getränke zu sich nehmen. Auch entzündungshemmende Gewürze wie Kurkuma, Ingwer und Muskat können die Heilung unterstützen.